schlaflos im land der chilenen

Ganz idyllisch lebte ich einmal in einem kleinem Andendorf mit dem Namen Pisco Elqui.
Mein Zimmer war ein kleines Lehmhäuschen im Schatten eines großen Olivenbaumes. Umgeben von herrlicher chilenischer Dorfatmosphäre, gewaltigen Bergen, Tieren, jeder Menge Früchte und sattem Grün. Der Schatten des schönen Olivenbaums temperierte mein Zimmer tagsüber und ließ es nicht zu heiß werden. In den Nächten, als ich eingekuschelt in meinem Bett lag, machte sich alle ein bis zwei Stunden eine der Oliven von dem schönen Baum auf dem Weg nach unten.
Auf mein Blechdach!
War der Olivenbaum doch voll mit Oliven, die von der Schwerkraft magisch angezogen wurden.
Da ich mich in einer ländlichen Gegend befand, gab es hier natürlich auch jede Menge Tiere:
Pferde, Katzen und Hunde. In der Nacht durfte man dann zuhören, wie sich die Hunde im Dorf unterhalten haben. Das Hundegebell hörte meist so gegen 12 Uhr in der Nacht auf. Wahrscheinlich merkten die Köter, dass es einfach nur noch nervt!

In den darauffolgenden Stunden sorgte dann der Olivenbaum dank des leichten Windes dafür, dass er nicht mehr soviel zu tragen hatte und legte die überflüssig gewordenen Oliven ganz sanft mit einem Knall auf meinem Blechdach ab.
Falls es mal nicht so viel zum Ablegen gab, so kam doch regelmäßig eine Katze vorbei und fing eine Maus oder ähnliches - auf meinem Blechdach. Es ging dann kreuz und quer über das Dach. Hoch, runter, nach rechts und links, bis ich zähneknirschend aufstehen musste, um dem Spuk ein Ende zu bereiten. Ich versuchte daraufhin, mich mit meiner Umgebung etwas mehr anzufreunden. Ich half dem Olivenbaum, ein paar seiner Oliven loszuwerden und pflückte sie. Mit den Katzen versuchte ich zu kommunizieren, sie mit ein paar Streicheleinheiten zu bestechen, um sie davon zu überzeugen, dass es auf dem Dach nichts gab.
Aber all dies half nichts! Der Olivenbaum hat einfach zuviele Oliven und den Katzen war das alles absolut egal! Sie lebten mit dem Olivenbaum in einer Art Symbiose, sie kletterten für ihr Leben gern an ihm hoch.

Einmal ist eine der nachtaktiven Katzen von dem Stamm des schönen Olivenbaumes - auf mein Blechdach gesprungen.
Meine Reaktion war in etwa dieselbe, als wenn man mich mit einem Defibrillator wiederbeleben würde. Ich hob im Schlaf mit meinem gesamten Körper 5 cm ab. Um danach wieder sanft ins Bett zu knallen.
Und wie es nunmal so ist, gab es natürlich auch jede Menge Hühner mit ihren dämlichen Hähnen.
Pünktlich nachdem der Olivenbaum sich entleert hatte und die Katzen wieder gegangen waren, fingen die Hähne an, sich zu unterhalten. Meistens fing der mir am nächsten gelegene Hahn mit einem solch grässlichen kick-kickeri-kie an, dass darauf alle Hähne im Dorf ihm antworteten. Dieses Phänomen ereignete sich sieben Tage die Woche, um 3 Uhr morgens.
Als dann die Sonne aufging und die Hähne sich nichts mehr zu erzählen hatten, bemerkten plötzlich die Hennen, dass sie ein Ei gelegt hatten. Und weil Hennen nun mal Hennen sind, wurde dies jeden Morgen häftig begackert. Da es nicht nur eine war, ging auch dies ein Stück. Die hiesige Natur ließ keine Langeweile aufkommen. Im Falle dass all dies nicht oder nur wenig stattfand, so kam doch mindestens ein Vogel vorbei, sang ein schönes Lied und räumte mein unordentliches Blechdach mit seinem Schnabel auf!